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Home IX. Eine Nacht auf dem Hochvogel Zur Charakteristik des Firnfeldes; ein ungefährliches Abenteuer. Die "Schnur"
 H. v. Barth: Aus den Nördlichen Kalkalpen (1874)
 II. Aus den Algäuer Alpen [geographische Bezeichnungen sind noch nicht überprüft]
 IX. Eine Nacht auf dem Hochvogel

Auf der Scharte des Kalten Winkels

Nach einer halben Stunde hatte ich die erste Höhe des Schneefeldes erstiegen und trat auf den ziemlich breiten, 8 bis 10 Schritte langen, hügeligen Sattel aus, mit welchem dasselbe auf dem Gebirgsgrate culminirt (ca. 7000' 2275 m.). Zur Linken wie zur Rechten türmt sich rauhes Geschröf steil in die Höhe; hier der Seitengipfel des Hochvogel, dort der Kreuzspitz. Im Westen öffnet sich der Ausblick auf die hügeligen Plattenflächen des Wildenfeld, abschliessend mit dem Scheitelgrate der Wilden, die hier viel zahmer sich ansehen, als drüben im Oythale. In der Tiefe liegen die Trümmerfelder und spärlichen Grasplätze des Weitthals, welches in's Jochbachthal und durch dieses mittelbar in den Hornbach ausmündet; eine steile, geröllerfüllte Kluft senkt von der Scharte des Kalten Winkels dort sich hinab, es wäre hier wohl ein Abstieg oder umgekehrt von den Jochbachalpen aus eine Ersteigung des Hochvogel möglich. Die Uhr zeigte nahezu 6 Uhr Abends, ich durfte hoffen, um 7 Uhr auf dem Gipfel zu sein und noch eine Stunde lang die Abend-Aussicht zu geniessen; ein besonders glänzender Sonnenuntergang war freilich nicht zu erwarten, fast der ganze westliche Horizont war überwölkt.


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Letzte Aktualisierung am 29. August 2018

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