[Kalkalpen-Startseite] [Vorbemerkungen (bitte zuerst lesen!)] [Stichwortverzeichnis] [Impressum] [Kontakt]
Home VII. Das Haagen-Gebirge Durch den Tiefenbach zum Jägerhüttchen auf der Hirschwiese; Ausblick auf dem Lengthalthörl Auf das Hochg'schier; totaler Nebel
 H. v. Barth: Aus den Nördlichen Kalkalpen (1874)
 I. Aus den Berchtesgadener Alpen
 VII. Das Haagen-Gebirge

Kartographie

Hier bereits begannen die kartographischen Bedenken. Die sonst so vortreffliche und genaue Keil'sche Karte hatte augenscheinlich ebenfalls unter der unwirtlichen Oede des Gebietes sowie unter der Verworrenheit seiner Struktur zu leiden. Auch will ich mich durchaus nicht vermessen, nach anderhalbtägigem flüchtigen Besuche des Haagengebirges als Correktor dieses mit so viel Mühen und Sorgfalt ausgeführten Kartenwerkes aufzutreten, zumal im östlichen Theile des Gebietes, wo starke Nebelverhüllung die Genauigkeit meiner Beobachtungen sehr in Frage stellen möchte. Ich werde im Folgenden lediglich auf jene Punkte hinweisen, welche in der Keil'schen Karte mir zweifelhaft und einer Verbesserung bedürftig erscheinen. –

In erster Linie zählt hierher das völlige Fehlen des Namens Tannthal, des bedeutendsten, wie wir in der Folge sehen werden, im ganzen Haagengebirge. Von diesem Gebirgsstocke ist lediglich der "Pilzkogel" [Bitzkogel] verzeichnet, und dieser steht jedenfalls zu weit nördlich; der Paradieskogel [Paradeisköpfe], der jenseits des Rossfelds dem Tannthalgebirge gegenübersteht, erschiene jenen Angaben zufolge als südlich, im Tannthalgebirge selbst gelegen. Auch sollte der Name Paradieskogel meiner Meinung nach weiter westlich stehen. Die beiden unbekannten Gipfelpunkte in der scharfen süd-nördlichen Umbiegung der Lengthalschneid sind augenscheinlich nichts Anderes als die Hirschwiese [Hochwies]; die angezeigte Scharte westlich davon ist jene, an welcher das Jägerhüttchen steht und wurde mir von dem Jäger als das Lengthalthörl bezeichnet (auf der Keil'schen Karte "Großer Umgang").

Der nämliche Gewährsmann widersprach meiner auf die Keil'sche Karte gestützten Anschauung, dass es von hier nordwärts in's Vorderschlumthal hinabgehe, auf's Entschiedenste und bezeichnete mir dieses Thal als das Hintere Lengthal, während ihm zufolge beide Schlumthäler erst weiter westlich folgen sollten. Das Rossfeld endlich, von der Keil'schen Karte weit im Westen, bei der Bärenwies, angegeben, gehörte in nähere südwestliche Nachbarschaft des Lengthalthörls, und zwar zwischen den Namen Paradieskogel und den Südrand des ganzen Haagengebirges (hier der Tannthalstock). So viel über diesen Punkt.


Copyright © http://alpinhistorie.bergruf.de/barth/kalkalpen/
Letzte Aktualisierung am 23. April 2017

Home VII. Das Haagen-Gebirge Durch den Tiefenbach zum Jägerhüttchen auf der Hirschwiese; Ausblick auf dem Lengthalthörl Auf das Hochg'schier; totaler Nebel