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Home VII. Das Haagen-Gebirge Abstieg in's Thal der Schönbichelalpe. Notizen über den Weg nach Golling. Zurück zum Jägerhüttchen. Günstige Witterungsaspekten.
 H. v. Barth: Aus den Nördlichen Kalkalpen (1874)
 I. Aus den Berchtesgadener Alpen
 VII. Das Haagen-Gebirge

Die Schönbichelalp; ein Probestückchen Salzburger Alpwirthschaft

4 Uhr 15 Minuten erreichten wir die niedrige Hütte der Schönbichelalpe, wo wir kurze Zeit rasteten und uns erfrischten. Ich erstaunte nicht wenig, diese hochgelegenen Alpen zu so später Jahreszeit [28.9.] noch bezogen zu finden. Das Milcherträgnis mag gering genug ausfallen, wenn das Weidevieh nur abgedorrtes Gras erhält, die langen, eisigkalten Nächte im Freien zubringen muss! Aber was fragt der Salzburger Aelpler nach Milchproduction! wenn nur das Vieh den Sommer – und einen möglichst langen Sommer – über umsonst frisst und er von dem Vieh umsonst lebt, dann ist er mit dem Nutzen seines Berggutes zufrieden. Was würde der Algäuer sagen zu einem Melkvieh, das Ende September noch auf der Hochalpe steht!

Das Thal erweitert an der Schönbichelalpe sich bedeutend und biegt in völlig westliche Richtung um. Im Süden erhebt sich das Massiv des Hochg'schier [Hochgschirr]; rechts davon, zwischen ihm und dem Tannthalstock, liegt die Einsattelung des Tiefenbachs, links die des Dottermanndl's. Steile Gehänge heben sich gegen letzteres hinan, doch führt ein guter Pfad an ihnen empor zur Passhöhe. Beladene Leute kamen eben von dort herunter in's Alpenthal und ihre Jauchzer hallten am Hochg'schier und an den Wänden der Hirschwiese [Hochwies] wieder.


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Letzte Aktualisierung am 29. August 2018

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