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Home XV. Der Grosse Speckkarspitz in der Hallthaler Kette XV. Der Grosse Speckkarspitz in der Hallthaler Kette Das Speckkargebirge im Unterinnthale
 H. v. Barth: Aus den Nördlichen Kalkalpen (1874)
 III. Aus dem Nord-Innthaler Gebirge [Karwendel/Mieminger Gebirge] [geograph. Bezeichnungen noch nicht überprüft]
 XV. Der Grosse Speckkarspitz in der Hallthaler Kette

Der höchste Gipfel der Karwendelgruppe

Der Wiener Kataster verzeichnet im Bezirke Hall unter dem Namen "Fallerhochspitz" eine Höhe von 1437 Wiener Klafter, unmittelbar darauf folgend unter der gleichen Benennung eine Höhe von 1458 Wiener Klafter = 2766 m. oder 8515 Par. Fuss. Auf den gleichen Höhenpunkt weist die Messung Prof. Pfaundlers*) eines "Lavatscherspitz" mit 8765 W. F. = 8523 Par. F. Im Haller Gebirge also hatte ich die beträchtlichste Höhe meines Berggebietes des Jahres 1870 zu suchen, eine Höhe, die in den Nördlichen Kalkalpen nur von ausnahmsweise hervorragenden Culminationspunkten der Dachstein- und Wettersteingruppe, vom Hohen König [Hochkönig] auf der Uebergossenen Alp und der Parseyerspitze in den Lechalpen übertroffen wird, welch' letztere jedoch in jenem unbekannten, weitverzweigten Gebirgsstocke wohl noch einige ebenbürtige Nachbarinnen besitzen dürfte.

*) Einige Höhenmessungen im Gleirsch- und Hinterauthale. Zeitschrift des Ferdinandeums zu Innsbruck.

Dass jener Gipfel in der nördlichen Begleitungskette des Hallthales zu suchen sei, dafür bürgte die Ortsbestimmung des Katasters "nördlich der Salzwerke bei Hall"; dagegen vermochte ich keinerlei Andeutung seiner Individualität inmittel jener langen Reihe schroff, die Höhe von 8000' zum Theile beträchtlich überschreitender Felsenhäupter zu erhalten, bevor ich selbst unter sie mitten hineintrat und, auf der ersten Zinne angelangt, das herrschende Haupt bald genug als solches erkannte. Kein anderes ist es, als der breitköpfige und breitschulterige, mit unermesslich hohen, weissschimmenden Wänden das Innthal überschauende Kalkstock, der für Innsbruck den mächtigen Schlussstein, für Hall das Alles neben sich in Schatten stellende Centrum der Innthaler Hochgebirgskämme bildet, dessen langgestreckter Bau zuletzt bei Schwaz in eine spitze Pyramide zusammengedrängt erscheint, unter hinter der Hoch-Nisselkette den Blick des Eisenbahn-Touristen sich entzieht. An die südöstlichste Ecke des ganzen Bergrevieres ist sein höchster Gipfel abseits gerückt – die Hinterauthaler Kette vermag auch in ihren bedeutendsten Culminationspunkten, Oedkar-, Birkkar-, Kaltwasserspitze, mit jener Höhe nicht völlig in den gleichen Rang zu treten.


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Letzte Aktualisierung am 23. April 2017

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