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 H. v. Barth: Aus den Nördlichen Kalkalpen (1874)
 III. Aus dem Nord-Innthaler Gebirge [Karwendel/Mieminger Gebirge] [geograph. Bezeichnungen noch nicht überprüft]
 XV. Der Grosse Speckkarspitz in der Hallthaler Kette

Ein Steinmann

Noch eine Obliegenheit blieb auf meinem Gipfel mir zu erfüllen übrig, die Herstellung eines Wahrzeichens*) nämlich, welche den Bewohnern des Hallthales, dem Jäger in St. Magdalena vor Allen, die Ersteigbarkeit des Grossen Speckkarspitzes bekräftigen und nachfolgenden Touristen dadurch vielleicht den Weg auf den Culminationspunkt der Innthaler Kalkalpen bahnen sollten. Ich wählte zur Errichtung eine Steinmannes den östlichen, vom Gipfel etwa 10 Minuten entfernten Eckpunkt des Gipfel-Grates**), und brachte dort, begünstigt durch die plattige Beschaffenheit des Gesteins einen ziemlich soliden, ca. 5' [1,5 m] hohen Sockel zu Wege, von welchem ein kurzer Stumpf noch im Jahre 1873 vom Thale aus gesehen werden konnte.

*) Weder auf dem Culminationspunkte noch an irgend einer andern Stelle des Grates konnte ich die geringste Spur einer Verrückung und Zusammenlegung der Steine durch Menschenhand erkennen.
**) Bei der Uebersteigung desselben fand ich zu nicht geringer Verwunderung noch mehrere Exemplare des Linaria alpina (Alpen-Löwenmaul), in neunthalbtausend Fusssen Höhe auf dem kahlen Kalkfelsen wurzelnd und augenscheinlich gesund und wohlgenährt.

Von diesem Punkte aus genoss ich auch einen vortrefflichen Ueberblick der östlichen Fortsetzung des Speckkar-Gebirges, welches zerklüftete Zweiggrate einerseits als östliche Schranke des Bettelkars, andererseits gegen das Vomperloch hinab entsendet und das östliche Segment des Aussichtsbildes mit einer Gruppe zerrissener, abenteuerlicher Festgestaltungen erfüllt. Nachdem mein Geschäft besorgt, kehrte ich zum eigentlichen Gipfelpunkte zurück und überliess mich noch eine Weile dem beschaulichen Aussichtsgenusse in behaglicher Ruhe.


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Letzte Aktualisierung am 23. April 2017

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