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Home XXIII. Schneesturm auf der Kaltwasserspitze Rückkehr zur Kasten-Alpe V. Aus dem Wetterstein-Gebirge [<i>geographische Bezeichnungen sind noch nicht überprüft</i>]
 H. v. Barth: Aus den Nördlichen Kalkalpen (1874)
 IV. Aus dem Quellen-Gebiete der Isar [Karwendel] [geographische Bezeichnungen sind noch nicht überprüft]
 XXIII. Schneesturm auf der Kaltwasserspitze

Meine letzten Bergwanderungen im Jahr 1870; ihr Resultat für die Karwendel-Gruppe

Und fort ging's in gipfelstürmendem Zug, die nächste Tage durch das Herz der Karwendelgruppe. Der Moserkarspitz beschäftigte mich, wie geplant, den folgenden Morgen und dann ging's hinein in's Rossloch, zwei Nächte im einsamen Birschhäuschen dort innen zu verbringen. Die Tage aber führten mich auf all' die seltsam geformten Zinnen, viertausend Fuss über dem Laliderer Thale, Steilwand auf seinen grünen Boden niedersetzend; und über die gewaltigen Thürme der Hochkanzel und des Gamskarlspitzes, über zerrissenen Grat des Suntigerkammes hinaus zum Haller-Anger – ein neuer Weg in das so eifersüchtig bewachte Rossloch.

Und wenige Tage später hatte auch der Nördliche Sonnenspitz, der trotzige Wächter von Ladiz, aufgehört, den unerstiegenen Gipfeln zuzuzählen. Und noch einmal tauchte ich auf dem Grate des Solsteingebirges auf, den letzten seiner Gipfel, den ich bei meinem ersten Innsbrucker Aufenthalte vernachlässigt (die Hohe Warte, zwischen den Hohen Brandjochspitzen und dem Kleinen Solstein) mir zu gewinnen; die trauliche Amtssäge im Gleirschtal gab mir zu diesen letzten Ausflügen wieder freundliches Obdach. Am Morgen des 1. September verliess ich sie, um in langer Zeile noch einmal das Gebiet zu durchschneiden, das bald ich das meine nennen durfte, das letzte Felsenhaupt zu zwingen, das einmal bereits mich zurückgewiesen. Durch's Manndelthal, über die Niederbrandjochspitzen, die Pfeisalpe, Stempeljoch, Isstthal, Lafatscher Joch zum Haller Anger; hinunter in den innersten Winkel des Vomperlochs, hinauf in's Grubenkar, quer über die Plattenabdachung des Nudeltrog in's Spritzkar hinüber und auf seinen Gipfel, – das Karwendelgebirge war nicht mehr unbekannt, Einer war nun, der in seinen Felsenwüsten Bescheid wusste.

Ich hoffte damals, die Zahl seiner Besucher, seiner Kenner rasch sich vermehren zu sehen. – Ich darf nicht behaupten, dass diese Hoffnung sich erfüllt habe.


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Letzte Aktualisierung am 29. August 2018

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