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Home XVI. Die Lamsenspitze im Stallenthal Einer, der nicht zum zweitenmale auf die Lamsenspitze geht Anstieg an die Südflanke des Hoch-Nissel
 H. v. Barth: Aus den Nördlichen Kalkalpen (1874)
 III. Aus dem Nord-Innthaler Gebirge [Karwendel/Mieminger Gebirge] [geograph. Bezeichnungen noch nicht überprüft]
 XVI. Die Lamsenspitze im Stallenthal

Aufregende Erwartung

Wir legten uns endlich zur Ruhe; eine Aufregung, wie ich in Nächten vor bedenklichen Unternehmungen nicht leicht sie gefühlt, liess auch im guten Bette mich nicht schlafen. Mochte viele Dutzende von Spitzen erstiegen, manch' schöne Erfolge in den Bergen schon errungen sein, – morgen sollte ich den Vergleich mit einem gewiegten Steiger in aller Form erst zu bestehen, sollte mir Probe abzulegen haben über den Grad meiner Fähigkeit. Und fiel diese Probe auch zur Zufriedenheit aus – die Lamsenspitze, die vielgenannte, ein herrschender Gipfel in meinem Gebiete, sollte doch unerreichbar mir bleiben; ich sollte einmal solch' eine Felsenburg betrachten müssen, sollte wünschen, ich möchte hinauf, auf ihre Zinne, – aber ich kann nicht! ........ Wenn der bewährte Gemsenjäger vor dem bekannten Wege zurückschreckt, ein zweites Mal ihn nicht mehr wagt, wie soll mir's gelingen ihn zu finden, auch wenn ich Alles wage! – Und doch, – wenn nicht der Gang in's Lamskar schon mein Unvermögen besiegelt, – wenn ich ihm ebenbürtig mich zeigte – warum soll ich nicht wagen, was er gewagt? – Wie kann ich fürderhin den Bergen noch entgegentreten, wenn Einer mir im Rücken steht, der grinsend mich höhnt? – Morgen gilt's! Morgen Lamsenspitze – oder Bergstock und Eisen in die Rumpelkammer! –


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Letzte Aktualisierung am 23. April 2017

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