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 H. v. Barth: Aus den Nördlichen Kalkalpen (1874)
 Schluss

Was man in ihnen lernen kann

Und nicht der schwache Ruhm allein, gewagt, und mit Erfolg gewagt zu haben, was Anderen unausführbar erschien, ist das Ergebniss solchen Thuns. Die Blätter dieses Buches haben dem Leser einige Einblicke eröffnet in die gräuliche Verwirrung alpiner Kartographie. Wie, wenn die Kartographen tüchtige, selbständige Bergsteiger gewesen wären? – Der Mann der Wissenschaft, habe er Namen wie immer, bereist die Alpen, dieses unerschöpfliche Feld neuer Entdeckungen in seinem Fache. Dem Gebirgssohne sind seine Ziele unverständlich – unverständlicher noch, als der Begehr nach einem unbekannten Gipfel. Wie, wenn er nach eigenem Gutdünken und Plane die Schritte zu lenken vermöchte? –

Die Sicherheit der Orientirung, welche bis zu nahe Unfehlbarkeit im Errathen sogar sich steigern, die Achtsamkeit auf das Kleinste, das im grossen Unternehmen von Bedeutung werden kann, die richtige und kaltblütige Ueberlegung in bedenklichen Situationen, getragen von der Macht der Gewohnheit, dem goldenen Worte "Es ist alles schon dagewesen" – das Alles sind Eigenschaften, die in den Alpen errungen, und nicht allein nur in den Alpen benützt werden können. Und das Felsengebirge ist ihre Schule. Der Entdeckungsreisende in fernen Welttheilen sogar möchte eine nicht ganz werthlose körperliche und in gewisser Beziehung auch geistige Vorbereitung darin gewinnen, einen Sommer lang oder zwei in den Nördlichen Kalkalpen zu gehen, – nicht sich führen zu lassen.


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Letzte Aktualisierung am 23. April 2017

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