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Home XXIV. Ein Tag auf dem Plattacher Ferner Aussicht; Vergleich mit jener der Zugspitze Ueber die südwestliche Mulde des Plattacher Ferners auf das Wetterwandeck
 H. v. Barth: Aus den Nördlichen Kalkalpen (1874)
 V. Aus dem Wetterstein-Gebirge [geographische Bezeichnungen sind noch nicht überprüft]
 XXIV. Ein Tag auf dem Plattacher Ferner

Der Schneefernerkopf, ein zu wenig gekanntes Touristenziel

Und so möchte ich denn zum Schlusse dieser weitschichten Aussichtsbeschreibung Allen, die in künftigen Sommern den Plattacher Ferner besuchen, die Frag an's Herz legen, was sie mit einer Gipfeltour eigentlich beabsichtigen? Zieht es sie hinauf in die luftige Höhe, auf den schneidigen Grat, je enger der Tritt, je freier der Umkreis, um so schöner und lieber, – verlangen sie auf unumschränkt herrschender Höhe zu stehen, keinen Stein auf meilenweite Strecken mehr zu erblicken, der sich vermässe höher zu stehen, als sie, dann auf die Zugspitze! – Begehren sie ein aussichtslohnendes Ziel, in den höchsten Regionen der Alpenwelt wohl gelegen, aber mit möglichst geringer Beschwer und Schwierigkeit zu erreichen, sind diese Momente der Zugspitzersteigung ihnen unangenehme Bedingnisse eines gewünschten Zieles, dann mögen sie es einmal mit einem Tausch der gewohnten Route gegen eine noch wenig betretetene versuchen; und ich glaube, sie werden nicht unbefriedigt davon zurückkehren. Habe ich doch im Wettersteingebirge kecken Felsenklimmern schon die Wege gewiesen, vielleicht findet in diesem ausnahmsweise begünstigten Gebiete auch an Rath an die Touristenwelt seinen Ort. Einer Kategorie freilich vermag ich nicht zu rathen: jener, die um jeden Preis auf die Zugspitze will, um auf der Zugspitze gewesen zu sein. Ein "Schneefernerkopf" genügt ihren Ansprüchen nicht, und sie werden, soferne ihr Begehren das Mass ihrer Fähigkeiten übersteigt, nach wie vor die starken Schultern der Partenkirchener Führer zu Hilfe ziehen müssen.

*) Ein rüstiger Bergsteiger kann natürlich auch sehr wohl den Besuch des Schneefernerkopfes mit dem der Zugspitze verbinden. Von dem Punkte, an welchem man von der Zugspitze auf den Ferner herabgelangt, erreicht man den Scheitel des Schneefernerkopfes ohne grosse Anstrengung in einer Stunde.


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Letzte Aktualisierung am 23. April 2017

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