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Home XXV. Der Waxenstein; aus dem Höllenthale an den Eibsee In's Riffelkar Die südliche Riffelspitze
 H. v. Barth: Aus den Nördlichen Kalkalpen (1874)
 V. Aus dem Wetterstein-Gebirge [geographische Bezeichnungen sind noch nicht überprüft]
 XXV. Der Waxenstein; aus dem Höllenthale an den Eibsee

Erscheinung der Riffelwandspitzen – der Zugspitze von Nord

Ganz ohne eine Gipfel-Ersteigung wollte ich übrigens meinen Tag nicht hinbringen, betrachtete daher die Frage, wie jenseits hinabzukommen, vorerst als eine offene, und wandte mich rechts hinauf, der Riffelspitze zu. Im leichten Anstiege über welligen Rasenboden, stufiges Geschröf und verwittertes, loses Platten-Getrümmer, hatte ich volle Musse, mir die trotzigen Gesellen jenseits des Kars zu betrachten; ihr äusserster Posten, eine zweizinkige Felsengabel mit firnerfüllter Spalte, zog vornehmlich meine Aufmerksamkeit auf sich, ich hatte nicht übel Lust, es mir ihr heute noch aufzunehmen – es wäre sicherlich ein harter Strauss geworden!

Aber während ich noch über Anstiegsrichtung, Zeitberechnung und Aussicht auf Erfolg nachdenke, steigt hinter ihr eine zweite, höhere, wildere Klippenzinne auf und nicht lange nachher hinter dieser eine dritte, – merkwürdig, wie das Gezacke da drüben der Zugspitze ähnlich sieht! – sogar eine Schneemulde hat es, genau wie das Schneekar – und ich steige höher und höher und das Ding drüben hebt sich in gleichem Mase höher und immer luftiger und Alles um sich herum beherrschend – ja, beim Himmel, das ist sie ja selber!! – Die Zacken ihres nördlichen Absenkers sind es, die mein Riffelkar so drohend überragen; da hätte es wohl wenig Zweck, auf ihrer einen hinauf zu klettern. Mag's an der Riffelspitze genug sein!


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Letzte Aktualisierung am 23. April 2017

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