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 Über Namen des Karwendelgebietes

Bergbau

In manche stille Täler hat der Schlegel des Bergmannes einst ein viel lauteres Leben gebracht, als man sich heute vorstellt. Die vielen verlassenen Gruben und ihre Benennungen (Knappenlöcher), "Ölgruben" (für ölhaltigen Schiefer), "Ölbrenne", wo er verhüttet wurde, erzählen noch davon, wo man einst überall auf Bergsegen gemutet und gehofft hat. Mit dieser hoffnungsfrohen Bergmannsart, die sich als verheißendes Vorzeichen für den angeschlagenen Stollen gern einen glückhaften Namen erfand, muß einer der seltsameren deutschen Namen des Karwendels zusammenhängen, das "Hochglück"...; im Stubai, am Habichtkamm, haftet an einer Stelle, wo alte Gruben sich finden und eine Erzaufbereitung nachzuweisen ist, der Name Glücksgrat. So dürfte auch unser Hochglück, als absichtlich erfundener Bergmannsname, in der gewohnten Bedeutung des Wortes wohl nicht als "Hohes Gleck" (Lecke für das Wild) zu verstehen sein. Mit Sicherheit gehen die bei verfallenen Stollen vorkommenden Namen Reps (Bergname in Lafatsch) auf einen bergmännischen Ausdruck zurück; mit "Röpps" bezeichnete man gebrochenes Gestein, aus dem erst durch das "Reben" = Rütteln über dem Sieb, das Erz ausgeschieden wurde.

Heute lebt nur noch der Salzbergbau im Halltal fort. In der alten Sprache heißt die Stätte des Salzbergbaus und des Salzsuds einfach "das hal" (1270 daz hal zu Halle); unsere vielen Hall-Orte schreiben sich davon her. Der Halleranger und das Halltal sind – genau genommen – nicht nach der Stadt Hall benannt, auf deren Gemeindegrund sie gar nie lagen, sondern nach dem Umstand, daß sie zum "hal", zum Salzbergwerk gehörten.

Der Bedarf des Haller Salzberges an Grubenholz wuchs schon vor Jahrhunderten so an, daß er nicht mehr aus dem Halltal selbst gedeckt werden konnte. Man fällte dann die Stämme in den weiten Wäldern des Gleierschtales – dort erinnert auch die Amtssäge an den Waldbesitz des Haller Bergamts. Die Rundhölzer, im Volksmund Stempel genannt, ließ man durch Saumpferde bis zum obersten Talende am Stempeljoch schleifen und von dort über die steilen Halden zum Issanger (Halltal) hinabrollen. Diese Holzbeförderung führten Leute aus dem Inntal aus, die sich beruflich mit dem "Säumen", dem Güterverkehr ohne Wagen, nur mit Saumpferden, befaßten, das waren die sogenannten "Samer". Von ihnen hat das oberste Gleierschtal den Namen Samertal bis heute behalten (auch ein Sameregg, Samerbrünnl findet sich dort).


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Letzte Aktualisierung am 31. Dezember 2016

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