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 H. v. Barth: Aus den Nördlichen Kalkalpen (1874)
 II. Aus den Algäuer Alpen [geographische Bezeichnungen sind noch nicht überprüft]
 XI. Das Hohe Licht

Ein wichtiger Knotenpunkt der Algäuer Alpen

Einer der unbekanntesten, seiner Struktur nach verwickeltsten Winkel der Algäuer Alpen ist es, welchem als Culminations- und in gewisser Beziehung auch als Knotenpunkt das Hohe Licht angehört. Leicht ersteigbar und doch fast nie besucht, ist sein Name, wenn je man ihn zu hören bekommt, überhaupt in ziemlich schwankender Bedeutung gebraucht und wird, namentlich von österreichischer Seite, häufiger fast auf den Biberkopf als auf jenen Gipfel bezogen*), von dessen Besteigung und orographischen Verhältnissen die nachfolgende Beschreibung handeln soll.

*) Im Jahre 1873 hörte ich ihn im Lechthale mit dem Namen Stellwänder bezeichnen.

Ein dominirender – wahrscheinlich der vierthöchste – Gipfel im Hauptzuge der Algäuer Alpen, – ein kleiner, aber augenscheinlich wahrer Gletscher am demselben – ein Gebirgspass, über welchen man von Kar zu Kar fast ebenen Fusses hinüberschreitet, ohne zu merken, dass man die Wasserscheide zwischen Iller und Lech passirt – das wären sicherlich Momente von hinlänglichem Gewichte, um wenigstens Einige unter den vielen Hunderten von Bergtouristen, welche alljährlich das Algäu besuchen, zu einer Excursion in jener Richtung zu veranlassen. Doch geht es hier wie allerwärts in unseren Alpen: Was unbekannt, was ungenannt – das ist auch unbesucht. Wohl manches Dutzend Alpenwanderer mag seit dem Jahre 1869 den Daumen, das Gaishorn, die Mädelegabel, wohl auch den Hochvogel erstiegen und an der Erinnerung jener Hochtouren sich erfreut haben; nennt Einer solch' einen Namen, so weiss die Welt doch, wie und wo. Wer merkt auf einen fremden Namen, er leite denn aus den Gletschergebieten seienn Ursprung her? – "Hohes Licht? davon haben wir nie gehört!" – Drum geizt der Bergtourist auch nicht darnach, sagen zu können: "Ich war auf dem Hohen Licht."


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Letzte Aktualisierung am 23. April 2017

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