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 H. v. Barth: Aus den Nördlichen Kalkalpen (1874)
 Einleitung

Gruppentheilung der Nördlichen Kalkalpen

Die Gruppen, in welche meine Beschreibungen den Leser führen sollen, zerfallen in zwei Einzelgruppen grösserer Kalkalpen-Reviere einerseits, andererseits in das Gesammtgebiet der Hochgebirge an der Grenze Bayerns und Tirols, welche ich als die centralen Nordtiroler Kalkalpen bezeichnen möchte. – Behandeln die ersten beiden Abschnitte dieses Buches Gebiete, welche als Ganzes nicht völlig unbekannt mehr sind, liegt in ihnen der Schwerpunkt in der Schilderung selten ausgeführter oder doch noch nicht beschriebener Besteigungen, so leiten dagegen die drei letzten den Leser in eine fast völlige terra incognita. Das Wetterstein-Gebirge allein macht hiervon eine Ausnahme; und auch in ihm ist keineswegs Alles so klar gestellt, wie der geradezu zur Mode gewordene Zugspitzbesuch das vermuthen lassen möchte.
In die Thäler und Kare des Karwendel, an den massiven Stöcken der Mieminger Berge hinauf dringt wohl selten der touristische Schritt. Die drei genannten Gruppen zusammen, einander nahe benachbart, von gleichem geologischen Alter (Wettersteinkalk, d.i. Unterer Keuper der Alpen) und unverkennbarer Gleichförmigkeit der Struktur vereinigen sich zu einem natürlichen Ganzen; sie bildeten drei Jahre lang mein specielles Excursionsgebiet, in welchem ich über allzugrosse Concurrenz mich nicht zu beklagen hatte. Sie sind es namentlich, deren Mangel an Führern, an Gebirgskenntniss der Eingeborenen überhaupt, dem Alpenreisenden, der nicht auf eigenen Füssen zu stehen und zu gehen weiss, unerbittlich ihre Pforten verschliessen.

Die beiden ersten Gruppen hingegen, das Berchtesgadener Land und das Algäu, könnten mit Recht ausgedehnteren Gebieten der Nördlichen Kalkalpen zugetheilt werden. Man könnte mit ersterer die Loferer [und Leoganger] Steinberge vereinigen und sie als letztes Glied in der Reihe der Plateaustöcke nördlich der Enns (Warscheneck, Todtes Gebirge, Dachstein-Gruppe, Tennen-Gebirge, Haagen-Gebirge und Steinernes Meer) betrachten, – letztere aber mit den Tiroler Lech-Alpen und allenfalls noch mit der Rhätikon-Gruppe (mit welcher die nördlichen Kalkalpen allerdings mehr einen geologischen als einen orographischen Zusammenhang zeigen) unter dem Namen Nordwestliche Kalkalpen vereinigen.


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Letzte Aktualisierung am 23. April 2017

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