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Home V. Auf den Gipfeln der Reitalm *) Scharte am Nordwestfusse des Grossen Mühlsturzhorns [Stadelhorns] Das grosse Mühlsturzhorn [Stadelhorn]. Notizen über das Mittlere [Kleine] Mühlsturzhorn und die Grundübelhö
 H. v. Barth: Aus den Nördlichen Kalkalpen (1874)
 I. Aus den Berchtesgadener Alpen
 V. Auf den Gipfeln der Reitalm *)

Südliche Zweigkette der Reitalm

In der Nähe aber starrt es wild und düster. Die Zackenreihe des südlichen Ausläufers der Reitalm, Ameisennockkopf [Ameisnockenkopf], Drei Jäger, Gernhorn (5895' 1916 m.) [1908 m], Leimbichelhorn (5739' 1864 m.) [1868 m], Sulzstein (5338' 1734 m. Keil) [Sulzenstein, 1693 m] sind hier in den Vordergrund getreten*); in ihnen schliesst der Dolomit an's Dachsteinkalkgebirge sich an, und für das Auge ist der Effect ein gleicher, wie tief innen, im Wiesbachgries. Finster, fast schwarz erscheint der Fels, scharfzackig seine Gräte. Die ganze Ostwand ist von den abstürzenden Regenwassern fast blank gewaschen, rundrippig senkt sie sich in's Thal, ohne Stufe, ohne Ansatz, wie aus der Form gegossen erscheint das ganze Gebirge. Kaum dass an wenig Stellen spärliches Krummholz die grauen Wände fleckt. Dort findet keines Menschen Fuss, vielleicht der Gemse Huf nicht einmal mehr genügend Halt. Aber zwischen jenen Dolomitzinnen und dem Hauptmassive der Reitalm zieht eine schmale, an den Felsen entlang sichtbare Pfadspur von der Scharte hinaus in's Schoberweissbachthal. –

*) Nach der Darstellung in der Keil'schen Karte wäre es unmöglich, dass man aus der Scharte zwischen dem Grossen Mühlsturz-[Stadel-] und dem Wagendrischelhorn auf die Ostseite dieser Zweigkette hinabsehen könnte, da diese erst am {Keil'schen} Stadelhorn (= Mittleren Mühlsturzhorn) [Kleines Mühlsturzhorn] vom Hauptkamme sich ablösen soll. Ihr Anschlusspunkt an die Hörnerkette der Reitalm muss daher weiter westlich, wahrscheinlich unter dem Grossen Häuselhorne liegen. Leider besitze ich aus dieser Zeit meiner Berchtesgadener Bergwanderungen keine kartographischen Aufzeichnungen, und muss mich in dem angeregten Punkte lediglich auf die im Jahre 1873 aufgenommenen Vertikalprofile stützen. Auf die Gipfel im Südrande der Reitalm, welche allein volle Gewissheit bieten könnten, brachten die jüngsten Excursionen mich nicht. Ich hoffe, diese Lücke bei einer späteren Gelegenheit befriedigend ausfüllen zu können.

{Der Anschluß des Hirschbichl-Kammes an den Hauptgebirgsstock liegt in der Fallinie des Stadelhorn-Gipfels am Sattel des Hochgscheit. Zöhnle berichtigt die irrige Vermutung Barths schon in seinem Aufsatz "Bergfahrten im Berchtesgadener Land II: Das Stadelhorn in der Reiteralm" (Amthors "Alpenfreund" 11. Band 1878, S. 92); ebenso weist Franz v. Schilcher in der Alpenvereins-Zeitschrift 1880 (S. 440 Fußnote) darauf hin und sagt noch zutreffend: "Daß man von der Scharte zwischen Wagendrischlhorn und "Großem Mühlsturzhorn" [= Stadelhorn] die Ostseite der südlichen Abzweigung übersehen kann, hat seinen Grund darin, daß letztere einen kleinen Bogen in SW-Richtung beschreibt und die Mitte des Bogenabschnittes viel weiter westlich gelegen ist, als die erwähnte Scharte" (= Maierbergscharte). }


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Letzte Aktualisierung am 29. August 2018

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