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Home XXV. Der Waxenstein; aus dem Höllenthale an den Eibsee Ein Führer in's Höllenthal Das aufgelassene Bleibergwerk
 H. v. Barth: Aus den Nördlichen Kalkalpen (1874)
 V. Aus dem Wetterstein-Gebirge [geographische Bezeichnungen sind noch nicht überprüft]
 XXV. Der Waxenstein; aus dem Höllenthale an den Eibsee

Ausblick am Höllenthor

Nach einer Viertelstunde bereits hatten wir die erste Scheitelhöhe erreicht und blickten nordwärts in ein schmales, wiesenreiches, in mehreren Absätzen sich senkendes Thal, dessen obersten Kesselboden wir, ohne die tiefer gelegene Hammersbach-Alpe zu berühren oder auch nur zu Gesichte zu bekommen, durchquerten und jenseits einen neuerlich sich hebenden grünen Bergwall auf schwach ausgeprägtem Pfader hinanstiegen. Drei viertel Stunden nach Aufbruch von der Hoch-Alpe standen wir auf dem leicht eingedrückten Sattel des von der Alpspitze nördlich abzweigenden, mit dem Schwarzkopfe endenden Kammes, auf der Hupfleite (5414' 1759 m. Sendtner), zu unsern Füssen des Höllenthal. Ueberraschend tief liegt die düstere Schlucht vor uns, dumpf dröhnt das Brausen des in der Klamm sich fortwindenden Baches zur Höhe empor. Jenseits ragten in fast greifbarer Nähe die wild zerrissenen Felsflanken des Waxenstein-Kammes auf, gegen den Hintergrund des Thales stark gerippt und mit einer leichten, grünen Färbung angehaucht; unmittelbar über dem Thalschluss des Gipfelpaar der Riffelspitzen.

Die steile, steinige Grasfläche der Hupfleite hinunter hatten wir bald jede sichtbare Pfadspur verloren und erst, als wir uns, links abschwenkend, mitten in's schroffe Felsgehänge hineinwandten, zeigten sich wieder Andeutungen eines dem Gestein abgerungenen Steiges. Zahlllose Risse durchkreuzend, an vortretenden Mauerrippen bald auf-, bald abwärts ziehend, im Allgemeinen jedoch grösserer Tiefe zustrebend, bewerkstelligt er allmählich seinen Anschluss an ein breit in's Höllenthal vortretendes Bergmassiv, an dessen felsigen, aber mässig geneigten Flanken die aufgegebene Höhe langsam wieder gewonnen wird.


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Letzte Aktualisierung am 23. April 2017

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